Zeichnungen für das Swiss Coffin Project

Das Schweizer Sargprojekt beschäftigt sich seit 2004 mit der Erforschung der rund 30'000 altägyptischen Objekte die über 40 schweizer Museen verteilt sind. Der Grossteil dieses Kulturgutes lagert noch weitgehend unerforscht in den Depots. Obschon diese Objekte vergleichbaren Exponaten berühmter ausländischer Kollektionen ebenbürtig sind, wurden die meisten von ihnen bisher weder umfassend untersucht noch publiziert. Glanzlichter der ägyptischen Sammlungen in der Schweiz bilden Särge mit Mumien sowie Mumienmasken, die im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die jeweiligen Museen gelangten. Unter der Leitung der beiden Ägyptologinnen Renate Siegmann und Alexandra Küffer sind inzwischen viele der Objekte wissenschaftlich erforscht und publiziert worden. Den Schwerpunkt bilden dabei Särge aus kaum erschlossenen und daher bisher wenig beachteten Sammlungen.

Zu den hochwertigsten Exponaten gehören vier reich dekorierte Sarg-Ensembles, die der ägyptische Vizekönig 1893 dem Schweizer Bundesrat schenkte. Die Särge stammen aus Bab el-Gasus, einem intakt gefundenen Sammelgrab in Theben-West und befinden sich heute in vier schweizer Museen: Appenzell, Bern, Genf und Neuenburg. Momentan werden diese Sargensembles von mir gezeichnet, um sie zusammen mit den Fotos auf der Projektseite e-coffins.ch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Das Schweizer Sargprojekt

In einer ersten Projektphase wurden von 2004 bis 2007 Särge, Sargfragmente, Mumien und Masken aus 16 Schweizer Museen und Sammlungen untersucht. Eine repräsentative Auswahl der schönsten und aussagekräftigsten Stücke wurde 2007 unter dem Titel „Unter dem Schutz der Himmelsgöttin“ von Renate Siegmann und Alexandra Küffer im Chronos-Verlag Zürich publiziert.

 

In der zweiten Projektphase wird seit 2012 die webseite e-coffins.ch als Online-Plattform für ägyptische Kulturgüter in schweizer Museen aufgebaut. Sie richtet sich sowohl an interessierte Laien als auch an Studierende und Fachpersonen. Im Sinne einer elektronischen Bibliothek enthält sie das „gesammelte Wissen“ und eine fotografische Dokumentation zu den bearbeiteten Sargausstattungen. Die weltweit und jederzeit zugängliche Datenbank ermöglicht zudem eine laufende Aktualisierung mit neuen Informationen und Daten sowie die unkomplizierte elektronische Publikation neu bearbeiteter Exponate. Das Schweizer Sargprojekt ist unabhängig und wird von privater Seite finanziert.